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Mit Hausstauballergie verreisen

Zwischen zehn und 15 % der deutschen Bevölkerung leidet an einer Hausstaubmilbenallergie.

Diese Allergie gegen Hausstaubmilben, die oft vereinfachend oder auch aus Unwissenheit nur Hausstauballergie genannt wird, führt regelmäßig zu laufenden Nasen, Niesen, tränenden und roten Augen. Wer langfristig mit einer Hausstaubmilbenallergie zu kämpfen hat, der kann auch chronischen Husten, eine schwere Atmung und letztlich Asthma bekommen.

Verursacher dieser Allergie sind die Hausstaubmilben, die in Matratzen, Decken, Kissen, Polstern und Teppichen leben. Ihr Kot vermischt sich, wenn er trocknet, mit dem Hausstaub. Wird dieser aufgewirbelt, so wird er nicht nur direkt eingeatmet, sondern setzt sich auch in Bettwäsche, Textilien, Schuhen, Haaren, Gardinen, auf Büchern und vielen anderen Dingen fest.

Es ist sicherlich nachvollziehbar, dass ein Hausstauballergiker also bei vielen Staubfängern im Zimmer und seltenem Staubwischen stark leidet.

Daher sollten Sie sich folgende Tipps für Hausstauballergiker auf Reisen zu Herzen nehmen:

Für einen unbeschwerten Urlaub als Hausstauballergiker

Grundsätzlich ist für einen Hausstauballergiker der Aufenthalt in den Bergen, zwischen 1500 m und 1800 m über NN, zu empfehlen. Ab dieser Höhe werden die Milben deutlich weniger, bzw. verschwinden vollständig, da sie nicht mehr überlebensfähig sind.

Es gibt jedoch immer wieder Patienten mit einer Allergie gegen Hausstaub, die nicht in die Berge fahren möchten. In diesem Fall wäre natürlich ein Hotel oder ein Zimmer spezielle für Allergiker das Optimum.

Wir sprechen hier von Räumen, die einige wichtige Merkmale aufweisen: die Fußböden sind nach Möglichkeit teppichfrei und werden täglich gewischt. Die Bettbezüge sind milbendicht und nicht nur die Bettwäsche, sondern auch Decke und Kopfkissen, werden nach jedem Gast gewaschen. Idealer Weise finden sich im Zimmer wenig oder keine Staubfänger, wie zum Beispiel Gardinen, Deckchen, Kränze, Bücher, und so weiter. Je spartanischer das Zimmer, umso besser. Ein täglicher Roomservice, der Staubwischen inkludiert, ist wünschenswert.

Ferienwohnungen

Tatsächlich jedoch werden viele von uns kein Hotelzimmer speziell für Allergiker buchen. Vielmehr sind in den meisten Urlaubsangeboten normale Hotelzimmer oder Ferienwohnungen gegeben. Für diese Orte gibt es einige Dinge, die man trotzdem beachten kann.

Erwerben Sie vor Ort einen Lappen (oder bringen Sie ihn von zuhause mit), um selbst regelmäßig die Oberflächen von Staub zu befreien. In Ferienwohnungen ist in der Regel ein Staubsauger vorhanden. Lassen Sie ein Familienmitglied, welches keine Allergie gegen Milben hat, staubsaugen. Halten Sie sich als Allergiker während dieser Zeit bitte nicht in der Wohnung auf. Wenn Sie ein paar Dinge von Zuhause gegen die Hausstaubmilben mitnehmen, kann es Ihnen im Urlaub deutlich besser gehen.

Was Hausstauballergiker auf die Reise mitnehmen sollten

Für die Matratze gibt es spezielle Allergiker-Bettlaken. Diese sind so fein gewebt, dass sie praktisch undurchlässig sind und die Milben einerseits das Gewebe nicht durchdringen können, andererseits können ihr Körperschweiß und ihrer Hautschuppen die Milben nicht füttern. Dank dieses Bettlakens wird der Kontakt zu den Milben und dem Milbenkot zuverlässig verhindert und auch ein Aufwirbeln von Staub ist nicht möglich. Solch ein Laken nimmt im Koffer wenig Platz weg. Wie wir bereits in diesem Artikel über Hausstaubmilben erklärt haben, finden sich die meisten Milben in der Matratze selbst. Wer jedoch mit dem Auto verweist, der sollte auch für Bettdecke und Kopfkissen einen Überzug (Encasing) mitnehmen.

Eine weitere gute Alternative ist übrigens auch ein Allergikerschlafsack. Dieser Schlafsack ist nicht für das Schlafen im Freien geeignet, sondern ein Schlafsack für das Bett. Leicht zusammen zu packen und aus sehr dünnem Stoff, so dass man beim Schlafen praktisch eine dünne Schutzschicht zwischen sich, Kissen, Decke und Matratze hat. Ist es sehr heiß, kann man auch nur im Schlafsack, ohne Decke, schlafen.

Wer das Kopfkissen vor Ort durch ein aufblasbares Reise-Kissen ersetzt, der kommt zu mindestens mit seinem Kopf nicht mehr mit Milben und Milbenkot in Berührung. Aufblasbare Reisekissen passen praktisch in jedes Gepäck und kosten zudem nicht besonders viel.

Extra Tipp: Milbensauger mitnehmen

Als weiteren Tipp für Leute, die mit einem Auto verreisen und noch Platz haben, empfehlen wir einen Milbensauger (zum Artikel über Milbensauger). Auch wenn der Milbensauger tatsächlich etwas Platz im Auto wegnimmt und die Vorstellung, eine fremde Matratze zu saugen, nicht besonders appetitlich ist, so ist es doch ein sehr guter Weg um die Hausstaubmilben in der Urlaubsmatratze abzutöten und gleichzeitig deutlich zu reduzieren. Immerhin ist es ihre Gesundheit und wir denken, dass dieser Aufwand durch einen deutlich unbeschwerten Urlaub wieder wettgemacht wird.

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