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Warum Hausstauballergiker nicht ihr Bett machen sollten

Die meisten Menschen in Deutschland kennen es von Zuhause nicht anders: man steht morgens auf, schlägt die Bettdecke zurück und lüftet. Anschließend wird das Bett gemacht, weil es einfach ordentlich aussieht. Viele Menschen der älteren Generation legen sogar heute noch eine Tagesdecke über das Bett. Das wurde ihnen von ihren Eltern und Großeltern so beigebracht, weil es sich einfach gehört, wenn das eigentliche Bettzeug, indem man die Nacht verbringt, nicht zu sehen ist. Typisch penibles deutsches Verhalten der Nachkriegszeit – obwohl damit Bettmilben prächtig gedeihen.

Wir erklären in diesem Artikel, warum Sie als Hausstauballergiker nicht nur auf die Tagesdecke verzichten, sondern ihr Bett überhaupt nicht machen sollten.

Bett mit Tagesdecke fördert Bettmilben

Eine Tagesdecke auf dem Bett ist für Hausstauballergiker nicht gut | © depositphotos.com @ VitalikRadko

Hausstaubmilben (Bettmilben) als Allergieauslöser

Falls Sie über unsere Startseite auf diese Seite gekommen sind, so wissen Sie bereits, dass die Hausstauballergie eigentlich durch die Hausstaubmilbe (Hausmilbe) ausgelöst wird. Trotzdem wollen wir noch einmal kurz erklären, wie die Zusammenhänge sind.

Wer gegen Hausstaub allergisch ist, der ist tatsächlich gegen den Milbenkot, der sich mit dem Hausstaub verbunden hat, allergisch. Eine einzelne Milbe erzeugt in ihrem Leben eine Menge an Kot, die dem 200 -fachen ihres eigenen Gewichtes entspricht. Dieser Kot ist sehr eiweißreich.
Trocknet nun der Kot nach einiger Zeit, so zerfällt er in mikroskopisch kleine Partikel, die sich an den Hausstaub anheften. Durch das Einatmen des Staubes, der in der ganz normalen Atemluft immer vorhanden ist, gelangen diese Eiweißbausteine an die Schleimhäute, die Augen und in die Lunge des betroffenen Allergikers, was dann die eigentliche Allergie auslöst.

Besonders schlimm ist für die Betroffenen, dass die Allergie auch auf die Lunge schlagen kann. Während man zuerst meist nur einfachen Husten und Auswurf bekommt, so kann die Allergie durchaus schlimme Folgen haben, zum Beispiel wenn sich Asthma oder COPD entwickelt.

Hausstaubmilben lieben Betten

Die Hausstaubmilben lieben feucht und warm, sowie mit reichhaltigem Nahrungsangebot. Dann haben sie die idealen Bedingungen, um sich zu vermehren.

Genau diese Bedingungen finden nun die Milben im Bett. Deswegen spricht man auch von Bettmilben. Im Bett ist es viele Stunden warm und der Nachtschweiß plus die Feuchtigkeit der Atemluft sorgen nicht nur für eine hohe Luftfeuchtigkeit, sondern auch für Feuchtigkeit innerhalb der Matratze. Dazu verliert der Mensch jede Nacht eine große Menge an Hautschuppen, von denen sich die Bettmilben ernähren.
Als Folge vermehren sich die Milben in großer Zahl. Alleine in einer normalen Matratze geht man von mehr als 1 Million Milben nach 5-6 Jahren Nutzungsdauer aus. Dazu muss man dann noch die hohe Anzahl an Milben in Kopfkissen und Oberbett zählen. Sicherlich ist nachvollziehbar, welche Unmengen an Allergenen sich hier ansammeln.

Warum ist nun das Betten machen nicht gut?

Eines der besten Mittel gegen Bettmilben ist es, die Lebensbedingungen zu verschlechtern. In erster Linie kann man dies über die Reduzierung von Luftfeuchtigkeit und Wärme, sowie einer Begrenzung der Nahrung, erreichen.

Wenn Sie die Bettdecke und das Kissen vom Bett herunternehmen oder zumindest am Fußende aufgeschlagen liegen lassen, so kann die Matratze über den Tag hinweg die Feuchtigkeit wieder abgeben. Wenn Sie dazu noch die Temperatur im Schlafzimmer reduzieren, haben Sie schon viel gegen gute Lebensbedingungen für Bettmilben getan.

Als dritte Säule dieser Maßnahmen empfehlen wir dann, milbendichte Überzüge, sogenannte Encasings, für Matratze, Kopfkissen und Bettdecke zu erwerben. Diese Überzüge lassen beinahe gar keine Hautschuppen hindurch, so dass die Milben praktisch verhungern.

Wer 100-prozentig auf Nummer sicher gehen will, der saugt zusätzlich seine Matratze noch einmal die Woche mit einem sogenannten Milbensauger ab.

Nur durch Anwendung dieser einfachen Maßnahmen sollte es möglich sein, die Hausmilben und somit die Hausstauballergie gänzlich, oder zumindest auf ein erträgliches Maß, zu reduzieren.

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