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Milben bei Pflanzen – Spinnmilben

Zu den häufigsten Schädlingen an Pflanzen gehören Milben, wobei man grundsätzlich zwischen zwei Arten, nämlich den Spinnmilben und den Gallmilben unterscheidet. Gallmilben findet man überwiegend an Gehölzen und verursachen dort Wucherungen. Normalerweise ist die Pflanze durch den Befall nicht beeinträchtigt, so dass eine Bekämpfung nur in den seltensten Fällen notwendig ist.Gegen Spinnmilben sollte man hingegen unbedingt vorgehen, damit die Pflanze keinen größeren Schaden nimmt.

 

Gallmilben haben eine Größe von höchstens 0,2 mm und führen durch ihren Speichel zu pelzigen Belägen auf den Blättern, deformierten Knospen, Pocken oder den typischen Gallen. Spinnmilben können bis zu 1 mm groß werden und spinnen, wie der Name es schon vermuten lässt, verschiedene Teile der Pflanze ein. Da lediglich Spinnmilben bekämpft werden müssen, soll es in diesem Artikel auch ausschließlich um diese Milbenart gehen.

 

Befall durch Spinnmilben bei Pflanzen erkennen

Haben sich Spinnmilben auf einer Pflanze angesiedelt, so bevorzugen sie das Leben auf den Unterseiten der Blätter. Bei ihren Mundwerkzeugen handelt es sich um Stechborsten, mit deren Hilfe sie in das Gewebe der Pflanze eindringen und den mit Zucker angereicherten Saft heraussaugen. In den angezapften Zellen sammelt sich Luft, so dass man den Befall zunächst an hellen Flecken auf der Oberseite der Blätter erkennen kann. Im weiteren Verlauf vergrößern sie sich und fließen unter Umständen zu einer Fläche zusammen.

 

Da die Blätter verletzt sind, findet eine stärkere Verdunstung statt, in der Folge vergilben und vertrocknen sie häufig. Oftmals fallen die Blätter dann auch vorzeitig ab. Ist der Befall durch Spinnmilben sehr stark, so kann man irgendwann auch weiße Gespinste an Blättern und Trieben sehen. Diese Gespinste sollen den Tierchen als Schutz dienen, man sieht also eine deutliche Verwandtschaft zu den Spinnen. Allerdings bildet nicht jede Art von Spinnmilbe solche Gespinste, dies ist in der Regel nur bei der Gemeinen Spinnmilbe der Fall, bei der Obstbaumspinnmilbe hingegen gar nicht.

 

Spinnmilben vermehren sich rasend schnell

In den Monaten April und Mai werden an der Unterseite der Blätter gelbliche oder rötliche Eier abgelegt, daraus gehen später dann die Larven der Milbe hervor. Extrem schnell schreitet die Vermehrung voran, wenn die Temperaturen hoch und die Luftfeuchtigkeit gering ist. Da spätestens alle 14 Tage eine neue Generation entsteht, die dann bereits geschlechtsreife ist, entstehen schnell Massen von Spinnmilben. Jährlich sind es dann durchaus acht bis neun Generationen, falls die klimatischen Bedingungen ideal sind. Die weiblichen Spinnmilben können bis zu 120 Eier legen, so muss man sich nicht über riesige Bestände wundern. Die Pflanze wird quasi ausgesaugt, das Wachstum gerät ins Stocken, bis sie eventuell sogar komplett vertrocknet.

Die so genannten roten Winterweibchen der Gemeinen Spinnmilbe gruppieren sich auf den vertrockneten Blättern, und können auf diesen überwintern. Teilweise verkriechen sie sich auch in Erdlöcher oder suchen unter schuppiger Baumrinde Schutz. Sind Pflanzen im Gewächshaus befallen, so stellen Ritzen einen hervorragenden Unterschlupf dar. Die Obstbaumspinnmilbe handhabt dies etwas anders, denn sie legt im Herbst ihre Eier auf der Rinde der betroffenen Triebe ab. Da die Menge an Eiern enorm ist, kann man das Gelege oftmals schon von weitem an seinem roten Schimmer erkennen.

 

Spinnmilben richtig vorbeugen

Am besten für die Pflanzen ist es, wenn es erst gar nicht zu einem Befall durch Spinnmilben kommt, deshalb ist Vorbeugung ein wichtiges Thema. Zunächst ist es wichtig, dass die Pflanzen ausreichend Feuchtigkeit haben, sie brauchen also regelmäßig genügend Wasser. Damit sich die Feuchtigkeit länger im Boden hält, hat sich eine Schicht aus Mulch gut bewährt. Ist es in den Sommermonaten extrem heiß und trocken, sollte man die Pflanzen mit Wasser besprühen, das schränkt die Aktivität der Spinnentiere etwas ein, da sie eine hohe Luftfeuchtigkeit nicht vertragen. Gerade in geschlossen Räumen, oder auch im Gewächshaus, ist dies eine gut durchzuführende Maßnahme.

Spinnmilben machen sich vor allem an schwachen Pflanzen zu schaffen, wenn es diesen an Nährstoffen mangelt. Durch eine gute Düngung, die vor allem Kalium berücksichtigt, kann man die Pflanzen stärken, denn das Gewebe wird fester. Stickstoff sollte hingegen nicht verabreicht werden, denn dieser weicht das Gewebe eher auf. Am idealen Standort haben Pflanzen genügend Luft und Licht, im Gewächshaus muss deshalb häufig gelüftet werden.

 

So kann man Spinnmilben effektiv bekämpfen

Um gegen die Spinnmilben vorzugehen, muss der Befall natürlich erst einmal sicher festgestellt werden. Es ist wichtig so früh wie möglich mit der Bekämpfung zu beginnen, damit sich die Tierchen erst gar nicht so stark vermehren können. Da man sie mit bloßem Auge kaum erkennen kann, sollte man die Unterseite der Blätter mit der Lupe untersuchen. Die Gespinste kann man sehen, wenn man die Pflanze mit Wasser besprüht.

Abbrausen

Ist die Pflanze nur minimal befallen, so reicht oftmals schon das Abbrausen mit einem scharfen Wasserstrahl, Zimmerpflanzen platziert man zu diesem Zweck in der Dusche oder Badewanne. Das Abbrausen sollte nun alle paar Tage erfolgen, eventuell ist dann schon alles überstanden. Eine andere Möglichkeit ist das Entfernen der befallenen Pflanzenteile, auch so kann man die Verbreitung eindämmen. Alle abgefallenen Blätter, so wie Unkraut sollten aus dem Umfeld der Pflanze entfernt werden, denn darin könnten die Milben überwintern. Entsorgung bitte über den Hausmüll und nicht den Kompost!

Raubmilben gegen Spinnmilben

Auch biologisch können Spinnmilben bekämpft werden, dazu braucht man spezielle Raubmilben, im Gewächshaus ist die Wirkung am effektivsten. Raubmilben fressen Eier, Larven und die erwachsenen Milben gleichermaßen, somit wird eine massenhafte Vermehrung zuverlässig verhindert. Bei dieser Maßnahme muss allerdings das Klima für die Raubmilben stimmen, das wären eine Luftfeuchtigkeit von 75 Prozent und eine Temperatur von 25 Grad. Mit der Bekämpfung sollte man auch in diesem Fall so früh wie möglich beginnen, auch vorbeugend ist der Einsatz von Raubmilben sinnvoll.

Insektizid gegen Spinnmilben

Falls keine dieser natürlichen Maßnahmen fruchtet, muss man im Fachhandel entsprechende Pflanzenschutzmittel kaufen. Im Fall der chemischen Bekämpfung müssen auch die Unterseiten der Blätter behandelt werden, eventuell sind auch mehrere Behandlungen nötig. Idealerweise verwendet man nur Präparate, welche Nützlinge schonen, ansonsten werden wertvolle Gegenspieler mit vernichtet. Gute Pflanzenschutzmittel wären solche auf der Basis von Rapsöl oder Kaliseife, bei Zimmerpflanzen sind Pflanzenschutzstäbchen das geeignete Mittel. Zu häufig sollten chemische Präparate jedoch nicht zum Einsatz kommen, denn nicht selten kommt es zur Entwicklung einer Resistenz, so dass die Mittel mit der Zeit unwirksam werden.

Kauftipps ohne Chemie: