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Allergien durch Hausstaubmilben

Frau mit Allergie

Foto: HayDmitriy / depositphotos.com

Hausstaubmilben sind nahezu überall auf der Welt beheimatet und kommen nahezu ausschließlich in menschlichen Wohnungen vor. Sie ernähren sich von unseren Hautschuppen und sind prinzipiell harmlos für den Menschen. Gefährlich hingegen sind die Ausscheidungen der Tiere, die beim Menschen mitunter Allergien auslösen können. So leidet in Deutschland nahezu jeder zehnte Bürger an den Folgen einer Hausstauballergie.

Wie entsteht eine Allergie?

In Deutschland ist rund jeder Dritte von einer Allergie betroffen – Tendenz steigend. Wenn grundsätzlich harmlose Stoffe plötzlich heftige Immunreaktionen des Körpers auslösen, spricht man von einer Allergie. Grund ist eine Überreaktion unseres Immunsystems auf eine körperfremde Substanz. Im Fachjargon nennt man Stoffe, die in der Lage sind, eine Allergie auszulösen, Allergene. Zu den Allergenen gehören beispielsweise Blütenpollen, Schimmelpilze, Tierhaare oder Milbenkot. In der Regel handelt es sich dabei um körperfremde Eiweiße. Auch chemische Produkte wie Kosmetika oder Arzneimittel stehen in Verdacht, vermehrt Allergien auszulösen.

Was ist eine Hausstauballergie?

Betroffene reagieren mit allergischen Reaktionen auf Bestandteile und Ausscheidungen von Hausstaubmilben. Der umgangssprachlich verwendete Begriff “Hausstauballergie“ ist daher faktisch irreführend, da nicht der Staub als Allergen dient, sondern Eiweiße aus den Ausscheidungen der Hausstaubmilbe, die am Staub anhaften. Die winzigen Tierchen besitzen eine Größe von knapp 0,1 Millimeter und ernähren sich hauptsächlich von Keratin, dem Hauptbestandteil unserer Haut und Haare. Matratzen, Sofas und andere Textilien im Haushalt eignen sich dank des feuchtwarmen Klimas für sie als optimaler Lebensraum. Da Allergiker den Reizstoffen in der Nacht besonders lange ausgesetzt sind, äußern sich die Symptome am Morgen am heftigsten.

Welche Symptome verursacht die Hausstauballergie?

Eine Hausstauballergie äußert sich nicht immer durch allergische Reaktionen. Viele Menschen reagieren laut Definition zwar allergisch auf Hausstaubmilben, können ihren Alltag jedoch beschwerdefrei bewältigen. Einige Betroffene hingegen leiden regelmäßig an den typischen Folgen einer Hausstauballergie, die symptomatisch dem Heuschnupfen ähneln. Besonders ausgeprägt sind die Beschwerden zum Einsetzen der Heizperiode während der Wintermonate. Während des Sommers vermehren sich die Milben dank der optimalen Bedingungen rasant. Im kalten und trockenen Herbst sterben sie ab. Durch die von der Heizung verursachten Konvektion gelangen mit dem Hausstaub in die Atemluft. Eingeatmet führen sie zu den typischen Beschwerden einer Hausstauballergie. Zu den Symptomen gehören:

  • Hautreaktionen, Rötungen, Juckreiz und Ekzeme
  • erschwerte Atmung, pfeifender Atem
  • verstopfte oder laufende Nase
  • häufiges Niesen (allergische Rhinitis)
  • tränende, gerötete oder juckende Augen (allergische Bindehautentzündung)

Am stärksten treten besagte Symptome in der Nacht und am frühen Morgen auf, wenn Allergiker den Allergenen auf der Matratze über einen längeren Zeitraum ausgesetzt waren. Aufgrund der Vorbelastung der Atemorgane treten Beschwerden auch bei körperlicher Belastung zum Vorschein. Überwiegend Kinder sind von derartigen Atembeschwerden betroffen. Symptome treten überwiegend auch dann auf, wenn Staub durch Staubwischen oder Saugen in die Luft gewirbelt wird und in die Schleimhäute gelangt. Grundsätzlich verstärkt ein erhöhtes Milben-Aufkommen in der Wohnung die Symptome.

Wie lässt sich eine Hausstauballergie behandeln?

Im Falle einer Hausstauballergie kommt eine Hyposensibilisierung in Frage. Ziel der Therapie ist das Unterdrücken einer allergischen Reaktion durch die Gewöhnung des Immunsystems an das Allergen. Hierzu wird die Haut über mehrere Sitzungen hinweg langsam mit steigender Dosis mit dem Allergen konfrontiert. Dies geschieht entweder über eine subkutane Injektion oder die Aufnahme per Tablette über die Mundschleimhaut. Eine solche Immuntherapie dauert zwischen drei bis fünf Jahre.

Grundsätzlich empfiehlt sich für Allergiker die Einhaltung strenger Hygiene-Maßnahmen. Zwar lässt sich die Hausstaubmilbe nicht vollständig aus der Wohnung verbannen, doch lässt sich die Population durch eine tägliche Reinigung von Polstermöbeln sowie Bettüberzügen, regelmäßigem Lüften und einem Anti- Milbenspray minimieren. Spezielle Schutzbezüge für Matratzen halten Allergene zurück und verhindern den Kontakt während des Schlafs. Besonders wirksam ist darüber hinaus der Einsatz spezieller Luftreiniger. Mit einem HEPA-Filter ausgestattete Luftreiniger filtern kleinste Schwebstoffe aus der Atemluft, etwa Staubpartikel, Milbenkot oder Blütenpollen.

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